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Gegen das Bombodrom erhebt sich die ganze Region

Die Powerpointpräsentation gegen das Bombodrom kann nebst Manuskript kostenlos bei PRO HEIDE bestellt werden.
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FREIe HEIDe
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FREIER HIMMEL

  Ansprache zur Neujahrswanderung 2010 (06.01.10, 11.50 Uhr)

1. Begrüßung
Liebe Freunde der Freien Heide,
im Namen von ProHeide begrüße ich Sie zu unserer Neujahrswanderung und wünsche Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr und uns allen eine friedliche und von militärischen Plänen ungefährdete Heide.

2. Begrüßung Promis

3. Begründung
Nach den langwierigen Diskussionen über öffentliche Auftritte der Bür-gerbewegungen haben wir uns entschlossen, zu dieser Heidewanderung aufzurufen. Wir würden es sehr bedauern, die in den letzten Jahren gewachsene Tradition aufzugeben, dass die Freunde der Freien Heide auch nach den Erfolgen des vergangenen Jahres sich wiedersehen, gemeinsam freuen und über die Zukunft austauschen. Wir sind der Meinung, die Arbeit ist noch nicht getan:
­Der Verteidigungsminister hat noch nicht rechtskräftig und endgültig auf eine militärische Nutzung der Heide verzichtet. Die Kyritz-Ruppiner Heide befindet sich noch in seinem Res-sortvermögen, also in seinem unmittelbaren Zugriff.
Und die Beseitigung der Kampfmittel und Blindgänger aus vierzigjährigem intensiven Übungsbetrieb der Roten Armee ist noch völlig ungeklärt.
Wir wollen nicht auf halbem Wege stehenbleiben!
Wir fordern deshalb die überfälligen Entscheidungen der Bundesregierung ein und erwarten dabei die Unterstützung unserer Landesregierung!
Und wir werden uns in die Zukunft der Heide mit unseren Konzepten einbrin-gen.
Wir begrüßen die Entschließungen der Landtage von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern für eine friedliche Zukunft der Heide und verspre-chen, dafür tatkräftig beizutragen.
Dabei werden wir aufmerksam die Verzögerungstaktik des Verteidigungsmi-nisteriums verfolgen, aber auch die Verweigerungshaltung ewig Gestriger wie der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag, die sich die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region ohne den Truppenübungsplatz offenbar nicht vorstellen kann. Es gibt keine Kampfmittelberäumung, wenn die Bundeswehr abzieht? Sie hat in den vergangenen 17 Jahren nichts getan, und sie wird erst recht nichts tun, wenn sie das Gelände anschließend nicht nutzen kann. Andererseits, solange die Bundeswehr den Platz besitzt, wird auch die angeblich angestrebte touristische Nutzung eine Illusion bleiben. Abgesehen davon, Munitionsentsorgung ist Aufgabe des Staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienstes und nicht der Bundeswehr. So einfach ist das.
Schließlich glauben wir, dass es fatal wäre, wenn gewisse Kreise - ins-besondere die Planer im Verteidigungsministerium - den Eindruck bekämen, wir hätten uns zur Ruhe gesetzt und wären zu Protesten nicht mehr in der Lage.

4. Aufgaben
Was ist jetzt zu tun?
Vor allem ist die Kraft der Bürgerbewegung und der lokalen Behörden zu erhalten und weiter zu bündeln, damit die Region gegenüber der Lan-desregierung und der Bundesregierung geschlossen und mit einer Stimme auftritt. Dafür befindet sich eine Kommunale Arbeitsgemeinschaft „Kyritz-Ruppiner Heide“ in Gründung, in der die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, der Landkreis und die Bürgerinitiativen Freie Heide, ProHeide und Freier Himmel vertreten sind. Die Landrats- und Bürgemeisterwahlen in Rheinsberg am 10. Januar sind übrigens eine gute Gelegenheit, die Kandidaten zu befragen und auf eine konstruktive Mitarbeit in dieser Arbeitsgemeinschaft festzulegen!
In dieser Arbeitsgemeinschaft ist der Arbeitskreis „Zivile Nutzung der Hei-de“ tätig, der unter dem Dach von ProHeide bereits seit Jahren an einem selbst-tragenden Konzept für die Erhaltung der Heide arbeitet. Durch Beweidung, Energieholzgewinnung, Imkerei, Jagd und naturverträgliche touristische Erschlie-ßung wollen wir die Heide wieder zu einem selbstverständlichen Bestandteil un-serer Lebensumgebung machen. Ideen, Konzepte, und natürlich auch Spenden sind hochwillkommen.

5. Ablauf
Wir werden nach den Redebeiträgen am Waldrand entlang bis zur Grenze des Militärgeländes wandern, von wo wir eine gute Übersicht über die Heide haben. Der Rückweg führt uns über die Heide nach Neu Lutterow. Wer sich die etwa 5 Kilometer nicht zutraut, kann die Strecke halbieren und am Waldrand zurück wandern oder auch in 10 Minuten direkt nach Neu Lutterow laufen. Dort erwar-ten uns Kaffee und Kuchen oder Rotwein zu kurzweiligen Gesprächen.


Pro Heide Neujahrswanderung 2010 (03.01.10, 1050 Uhr)

Etwa 150 bis 200 Menschen trafen sich am Nachmittag des Neujahrstages an der Mahnsäule vor dem Bombodrom bei Alt Lutterow.
Eine jahrelange Tradition wird damit von den Bombodromgegnern im Kampf gegen die Aktivitäten der Bundeswehr weitergeführt. Denn noch immer ist der gänzliche Verzicht der Bundeswehr auf das Areal nicht rechtskräftig. Dieser Verzicht der Bundeswehr ist nach Darstellung des Vorsitzenden von Pro Heide, Jens-Peter Golde, zwar ein großer Erfolg, aber es fehlt noch der endgültige Verzicht. Darum die Wanderung auch am Neujahrstag 2010.

Politische Prominenz war ebenfalls zu diesem Treffen gekommen. Unter ihnen Katherina Reiche (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Kirsten Tackmann (Die Linke), Landtagsabgeordneter Manfred Richter (SPD) und der demnächst aus dem Amt scheidende Landrat Christian Gilde (SPD).
Jens-Peter Golde stellte in seiner Begrüßungsrede die Forderung nach einem endgültigen und unumstößlichen Verzicht der Bundeswehr noch in diesem jetzt begonnenen Jahr auf.
Auch Kirsten Tackmann setzte sich in ihrer Rede dafür ein, den Kampf für den Abzug der Bundeswehr aus dem Gelände des ehemaligen Bombenabwurfplatzes nicht aufzugeben.
Auch Katherina Reiche, die sich anschließend zu Wort meldete, bot sich an, als Ansprechpartner gegenüber der Bundesregierung für die weitere zivile Nutzung der Heide zu fungieren.
Landrat Christian Gilde stellte klar, dass er auch nachdem er in den Ruhestand getreten sei, für die Arbeit zur friedlichen Nutzung der Kyritz Ruppiner Heide zur Verfügung stehe. Dabei sollten Parteigrenzen keine Hürden für eine gemeinsame Arbeit darstellen.
Am Dienstag, 05.01.2010, wird es im Büro des Landrates zum Thema Nachnutzung der Heide eine Gesprächsrunde zwischen Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Vertretern aller Bürger- und Unternehmerinitiativen geben.


Treffpunkt Mahnsäule Alt Lutterow


auch kleine Demonstranten waren dabei


ProHeide Vorsitzender Jens-Peter Golde während seiner Begrüßungsrede


Auch für ein Erinnerungsfoto war Zeit übrig


Aufbruch zur Neujahrswanderung 2010


Kirsten Tackmann (Die Linke) unter den Demonstranten


Pressemeldung (21.12.09, 08.16 Uhr)

Am 9. Juli dieses Jahres hat der Verteidigungsminister unter dem Eindruck der verlore-nen Prozesse die Pläne für einen Luft-Boden-Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide aufgegeben. Seitdem zögert die Bundesregierung, auf die militärische Nutzung zu ver-zichten und das Gelände für zivile Zwecke freizugeben. Deshalb forderte unser Bran-denburger Landtag am 17. Dezember in einer gemeinsamen Entschließung, sich von den militärischen Plänen endgültig zu verabschieden und die Fläche kampfmittelbe-räumt einer naturnahen zivilen Nutzung zu übergeben. Leider hat sich die CDU-Fraktion dieser Forderung nicht angeschlossen und schwadroniert wie vor fast zehn Jahren von „enormen wirtschaftlichen Nachteilen für die Region“, falls sich die Bundes-wehr aus der Heide zurückziehen sollte. Spätestens jetzt wird - bei aller Freude über das Erreichte - deutlich, dass die Bundeswehr ihre militärischen Pläne eben noch nicht unumkehrbar aufgegeben hat und dass es auch in Brandenburg starke politische Kräfte gibt, die sich die Entwicklung der Region ohne den Truppenübungsplatz nicht vorstellen können. Wir müssen also präsent sein und gewissen Leuten zeigen, dass wir nicht schlafen.
ProHeide ruft daher auf zu einer Neujahrswanderung am 1. Januar 2010 unter der Lo-sung „Die Heide gehört uns“. Wir treffen uns am Neujahrstag um 14 Uhr auf der Lan-desstraße zwischen Flecken Zechlin und Schweinrich an der Mahnsäule bei Neu Lutte-row und laden alle Einwohner, Besucher und Bürgerinitiativen ein. Die Wanderung wird etwa eine Stunde dauern und endet im Ortsteil Neu Lutterow bei Kaffee, Kuchen und Glühwein. Für nicht so laufstarke Gäste kann die Wanderung auf 30 oder auch 10 Mi-nuten verkürzt werden.

Prof. Dr. Klaus Günther
Dorfstr. 5
16837 Neu Lutterow

Tel.: 033923-70663
ka.Guenther@gmx.net


Neujahrswanderung 2010 (21.12.09, 08.16 Uhr)



Die Unternehmervereinigung ProHeide lädt ein zur


Neujahrswanderung 2010


Treffpunkt:

1. Januar 2010 um 14 Uhr
Landesstraße L 15 zwischen Flecken Zechlin und Schweinrich
an der Mahnsäule bei Neu Lutterow

Ablauf:

Begrüßung

Informationen

Wanderung zur Heide und zurück nach Neu Lutterow
(ca. 1 Stunde, Abkürzung möglich)

Kaffee, Kuchen und Glühwein in Neu Lutterow, Dorfstr. 5


Die Heide ist frei! - Ist sie wirklich frei? (01.12.09, 10.35 Uhr)

Die Heide ist frei – ist sie wirklich frei?

„Die Heide ist frei!“ – Dieser freudigen Nachricht begegnet man überall in den Anrainergebieten der Kyritz Ruppiner Heide. Und nicht nur dort. An Fahrzeugen, Ortsschildern und vielen anderen Stellen, wird der vermeintlich endgültige Sieg über die Nutzung des ehemaligen Bombodroms durch die Bun-deswehr mit entsprechenden Aufklebern gefeiert.
Ein Grund zum feiern ist das Gerichtsurteil mit dem die Nutzung der Kyritz Ruppiner Heide als Bom-benabwurfplatz untersagt wurde allemal, aber trotzdem bleibt damit die Bundeswehr Eigentümer des gesamten Areals. Auf der Mitgliederversammlung von ProHeide im Sport Center Neuruppin am 26. November nutzte Vorsitzender Golde die Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass ein wesentlicher Teil des Weges zu einer freien, zivil genutzten Heide noch vor uns liegt.
Also ist die Heide noch nicht frei! Hauptsächlich aus zwei Gründen!

Als Erstes: Das Verteidigungsministerium hat immer noch die Option, den Platz für andere militäri-sche Übungen zu nutzen und das in voller Bandbreite. Es ist lediglich untersagt, Tiefflüge zu unter-nehmen und Bomben abzuwerfen.
Darum ist es ein Trugschluss zu glauben, dass nun die Arbeit getan sei. Es wird von vielen Unterneh-mern und Bürgern der Standpunkt vertreten, dass ja die Kampfflugzeuge nicht mehr über unsere Köp-fe donnern und Bomben nicht mehr in der Heide abgeworfen werden.- Das sei es, was man erreichen wollte, und das Ziel sei erreicht.
Wer aber glaubt, nun die Hände in den Schoß legen zu können, sitzt einem Trugschluss auf. Zurzeit herrscht auf dem ehemaligen Bombodrom eine verführerische Ruhe. Aktivitäten von Seiten der Bun-deswehr reduzieren sich auf Kontrollfahrten, um leichtsinnige „Spaziergänger“ aus den Gefahrenbereichen zu verweisen. Es gilt immer noch das Verbot zum Betreten des Platzes aus bekannten Gründen. Einige Bereiche, die inzwischen für ungefährlich befunden wurden, werden zum Beispiel als Schafweide genutzt, und es sind mit entsprechend informierter Begleitung auch schon Begehungen möglich gewesen. Wer vermutet in dieser Ruhe, dass die Bundeswehr immer noch das Recht hat, diesen Platz für militärische Zwecke – eben nur nicht als Bombenabwurfplatz – zu nutzen?
Es könnten hier in den kommenden Jahren – wenn sich alle in Sicherheit wiegen – plötzlich Panzer rollen und Geschütze donnern – es sind ja keine Düsenjäger und keine Bomben!
Gegen diese Lücke im ergangenen Gerichtsurteil müssen wir zukünftig angehen. Es ist eine trügeri-sche Ruhe, auf die momentan viele hereinfallen.
Daher ist es wichtig, weiterhin eine Neujahrswanderung, einen Ostermarsch oder vielleicht auch eine Wasserdemo und Ähnliches am Leben zu erhalten. Für die einzelnen Friedensinitiativen wird die Ar-beit immer schwieriger, wenn Mitgliedsbeiträge, Spenden und Mitglieder ausbleiben. Das kann letzt-endlich zur Handlungsunfähigkeit führen.

Als Zweites: Die Heide ist noch nicht frei! Sie ist an vielen Stellen belastet mit Blindgängern, Minen, Munition, Sprengstoff und anderen militärischen Hinterlassenschaften. Es wäre teilweise heller Wahn-sinn, bestimmte Gebiete einfach so zu betreten um dort eventuell Pilze zu sammeln.
Diese äußerst gefährlichen Hinterlassenschaften müssen beseitigt werden und das kostet Unsummen an Geld und sehr viel Zeit. Geld, das erst aus Bundes- und Landesmitteln und vielleicht auch aus Spenden zur Verfügung stehen muss und Zeit, die uns zurzeit gerade davonläuft. Denn mit jedem Jahr, das ohne Dekontaminierung der belasteten Flächen vergeht, steigen die Entsorgungskosten, weil die Vegetation sich immer weiter entwickelt und die Natur sich holt, was ihr eigentlich auch ge-hört.
Blindgänger u.s.w. sind überirdisch, aber auch in Tiefen bis zu sechs Metern im Erdboden zu finden. Das ist das Gefährliche daran. Sie müssen erst geortet werden und man sieht es dem Boden nicht an, was er in sich birgt. Daher ist die Heide auch aus diesem Grund nicht frei.
Es ist noch viel Arbeit übrig geblieben und sie wartet darauf, von uns erledigt zu werden. Darum ist es gerade jetzt falsch, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Wir müssen es anpacken und verhindern, dass die Heide eventuell privatisiert und damit in verschiedene Eigentumsflächen umgewandelt wird, die dann – weil es eben privat ist – keiner mehr betreten darf. Dieser Umstand darf nicht eintreten.
Zuträglich für unsere Region wäre eine vernünftige touristische Nutzung und Ausweisung von Gebieten, die für die Naturschützer interessant sind, weil sie eine besondere Landschaftsform darstellen oder besonders seltene Tiere und Pflanzen dort heimisch geworden sind. Daran mitzuwirken, ist weiterhin die wichtigste Aufgabe aller Mitglieder der Friedensinitiativen. Es kann nicht sein, dass nun auf halbem Wege die scheinbare Ruhe dazu verführt, sich mit dem jetzigen Stand der Dinge zufrieden zu geben.

E. Bartel
Büro ProHeide Neuruppin